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Therapieverfahren
Auf dieser Seite möchte ich versuchen, Ihnen einen Überblick über gängige und bewährte Therapieverfahren und deren Einsatzschwerpunkte zu geben. Bitte wählen sie die einzelnen Punkte, um den ganzen Beitrag zu lesen. Dort finden Sie auch Hinweise zur Autorenschaft und zum Zeitpunkt der letzten Überarbeitung.
Details zu „Psychoanalytische Verfahren”  
Die Psychoanalyse geht konzeptionell auf Freud zurück. Seine Schüler Jung, Adler und Reich - um nur die Wichtigsten zu nennen - entwickelten später eigene therapeutische Ansätze. Nach einer Aufbruch- und Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die nationalsozialistische Repression. Treibende Kraft der Weiterentwicklung wurde dadurch die psychoanalytische Bewegung in den USA. Erst nach dem Krieg konnte die Psychoanalyse in Deutschland langsam wieder Fuß fassen und ist mit Namen wie Schultz-Hencke verknüpft. Entwicklungen jüngerer Zeit sind die tiefenpsychologisch fundierten bzw. Fokaltherapien sowie psychoanalytische Ansätze in der Gruppentherapie und der Familien- bzw. systemischen Therapie.
Gemeinsamer Nenner aller psychoanalytischen Verfahren bleibt die Grundannahme der Existenz des Unbewußten und potentiell krankheitsstiftender Verdrängungsmechanismen. Nach diesem Modell setzen in äußeren Belastungssituationen, besonders aber in spezifischen Konfliktkonstellationen Verdrängungseffekte ein, die eine zumindest vorübergehende innere Entlastung bedingen. Unbewußte Inhalte treten bei Erinnerungsreminiszenzen im Sinne eines neurotischen Wiederholungseffekts von Zeit zu Zeit erneut in das Bewußtsein. Da vormals keine befriedigende Konfliktlösung möglich war, fallen die Erinnerungen erneut unverarbeitet der Verdrängung anheim. Durch Wiederholung und Verfestigung werden zunehmend seelische Kräfte gebunden, und das Wechselspiel von Bewußtwerdung und Abwehr bedingt seelisches Leid, etwa in Form depressiver Verstimmung, innerer Hemmungen, Minderung des Selbstwertgefühls, umschriebener bzw. diffuser Ängste oder Zwangsgedanken.
Die psychoanalytischen Behandlungsverfahren streben nun durch Erinnerungsarbeit, unterstützt durch regressive Komponenten und Reinszenierung in einer sogenannten Übertragungsbeziehung an, verdrängte Inhalte wieder bewußt zu machen und damit dem neurotischen Leiden die Grundlage zu entziehen. Der Wirkmechanismus beruht auch auf der zeitlichen Dimension der Beschwerdeentwicklung.
Zur Veranschaulichung stelle man sich etwa einen kindlichen Konflikt zwischen Wunsch und Versagung vor. Die natürliche kindliche Neugier trifft auf die befürchtete oder reale Mißbilligung durch die Eltern. Wird der innere Zwiespalt des Kindes nun von diesen nicht verstanden und kompromißhaft gelöst, sondern rigide beantwortet, muß das Kind zugunsten der Loyalität das eigene Wunschstreben unterdrücken. Durch Wiederholungen dieser Konstellation wird die Verdrängung verfestigt, wobei der Wunsch zugleich als innere ungestillte Sehnsucht bis in das Erwachsenenalter weiterleben kann.
In der therapeutischen Arbeit soll es dem Klienten nun ermöglicht werden, die abgekapselten, aber noch virulenten kindlichen Ängste und Entbehrungen aus heutiger, erwachsener Sicht zu betrachten, zu relativieren und in seine heutige Lebenssituation zu integrieren.
Unterschiede in den psychoanalytischen Verfahren ergeben sich hinsichtlich Behandlungsfrequenz und Themenwahl. So strebt die Psychoanalyse im engeren Sinne eine langfristige Behandlung mit tiefreichender biographischer Arbeit und entsprechend ausgeprägten regressiven Momenten an. Die tiefenpsychologisch fundierte bzw. Fokaltherapie beschränkt die Regression und Behandlungsdauer durch Formulierung eines zentralen Konfliktes, der als Behandlungsfokus erscheint. Bei den systemischen Verfahren steht die Analyse der Familien- und Gruppenstrukturen im Vordergrund.
Sämtliche beschriebenen Verfahren sind in Studien evaluiert und als wissenschaftlich begründet von den Krankenkassen anerkannt.

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Beitrag erstellt von Dr. med. Thomas Brotzler,
letzte Überarbeitung im März 2007
 
 

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